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Legende
Zwei von den unseren sind tot. Mivey wusste nicht was ihm mehr Kopfschmerzen verursachte: Der Schlag von Olmas fürchterlich hartem Gehstock oder diese Erkenntniss.
Er fühlte sich schuldig. Hätte er doch was getan um diese Tragödie abzuwenden doch er wusste es gab nichts war er hätte tun können von daher vergaß er das schnell. Er ging langsam und traurig in sein Haus.
Er wollte nichts mehr von allem wissen er hoffte naiv morgen würde ein besserer Tag werden.
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Schwertmeister
Fassungslos starrte Raknar auf dem Galgen, an dem das arme, unschuldige Mädchen hing.
Ich habe ihren Namen zuerst genannt, dachte er ich bin schuld daran!
Er spürte die Kälte im Gesicht, die sich langsam in seinem ganzen Körper ausbreitete. Er blickte auf die Leiche von Vater Nerys. Dann abermals zum Galgen.
Allmächtiger... Was habe ich nur getan...
Ihm fiel auf, dass er immer noch den Hammer in der Hand hielt, krampfhaft umklammert. Seine Finger lösten sich, der Hammer fiel und versank mit dem kalten Stahl im Schlamm.
Ich habe ganze Arbeit geleistet, den Werwölfen zu helfen. Das, was ich gemacht habe, ist unverzeihlich.
Seine Knie zitterten, er dachte, er würde gleich hinfallen und sein Magen war flau.
Wortlos und ohne noch einen Blick auf die beiden toten Körper oder in die Runde zu werfen, ging er fort zu sich nach Hause und legte sich hin. Durch das offene Fenster warf der runde Mond sein kaltes, fahles Licht auf sein Gesicht.
Ob er sich wohl jemals wieder in die Sonne verwandeln wird?
Er wusste, er würde nicht viel schlafen in dieser Nacht. Von fern erklang ein leises Heulen. Sein Hammer lag auf dem Dorfplatz, von Schmutz besudelt.
Er glaubte nicht, dass er ihn noch einmal in die Hand nehmen könnte.
[ooc] Sorry, Yukari... hab wirklich gedacht, du wärst ein Werwolf
[/ooc]
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Examinierter Senfautomat
Bithor saß am Rande des Dorfplatzes auf einem großen Stein und dachte mit Schrecken über das Geschehene nach. Das Dorf hatte wieder Blut gefordert und es bekommen, aber die Entschiedung hätte nicht schlimmer ausfallen können. Zwei der Dorfbewohner durften nun die kalte Erde ihr Zuhause nennen, während die Bestien sich wahrscheinlich in ihr Fäustchen lachten ... natürlich unter der Voraussetzung, dass sie über Fäuste verfügten.
Der alte Kauz erhob sich schweigend. Ihm fehlten einfach die Worte für das Geschehene. Wie das ganze Dorf, so hatte auch er sich schuldig an dieser Lynchjustiz gemacht. Schlimmer hätte es wahrlich kaum kommen können. Obwohl, tut es das nicht doch noch? Auch wenn er nicht sehen konnte, ob die Nacht einbricht, so spürte er doch eine vertraute Kälte auf seiner Haut. Schlagartig begann er zu zittern und er spürte, wie das Blut aus seinem Gesicht wich. Die Nacht brach ein. Es würde schlimmer kommen. Die Bestien würden heute Nacht wieder zuschlagen und einen Bewohner des Dorfes reißen. Der dörfliche Zwist hatte also nur ihnen genutzt.
Langsam erhob Bithor seine Stimme: "Freunde, die Wölfe sind immer noch unter uns und werden uns einen nach dem anderen holen, wenn wir sie nicht schnellstmöglich ausfindig machen. Und was machen wir? Wir haben nichts besseres zu tun, als uns selbst zu zerfleischen. Wäre es nicht so makaber, könnte man die Wölfe glatt als gerechte Strafe für unser Handeln sehen. Muhääh."
Er spürte, dass die verbliebenden Augenpaare auf ihn gerichtet waren, die Worte hatten also ihren Zweck getan. Aber er war ja noch nicht fertig.
"Bisher haben wir immer diejenigen aufgeknüpft, die sich auch rege an der Diskussion über mögliche Werfwölfe beteiligt haben. Was ist aber mit denen, die sich beharrlich ausschweigen und nicht sagen? Niemand würde vermuten, dass sie verdächtig sind. Sie schwimmen mit der breiten Masse mit und fallen daher nicht weiter auf. Mit anderen Worten: Sie wären die perfekte Tarnung für die Schoßhündchen. Vielleicht sollten wir beim nächsten Mal besser einen von den Schweigern aufknüpfen, als unsere gesamte Führungsriege aufzuknöpfen. Ihr Schweiger hört mich an: Ab morgen wird das Leben für euch ungemütlich werden. Muhääh."
Mit diesen Worten packte er seine Harfe und den Stock und tastete sich langsam zu seiner Hütte vor, während er die schweigende Menge hinter sich ließ. Er wusste, dass seine Rede für Diskussionen im Dorf sorgen würde und als er seine Hütte erreichte vernahm er auch schon ein leises Tuscheln hinter sich. Bithor nahm noch rasch ein Abendessen mit einem starken Getränk zu sich, bevor er sich wieder an seine Harfe setzte und Bilder von Elfen durch seinen Gesang beschwor. Heute verließen ihn dabei allerdings seine Kräfte und er schleppte seine alten Knochen zu seinem Bett, das ihn schon sehnsüchtig erwartet hatte. Bald schon schlief Bithor wie ein Stein.
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